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AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ – seit 25 Jahren in die Zukunft
18. Mai 2026, 16:00–21:00 Uhr
Alte Universität Würzburg
Domerschulstraße 16, 97070 Würzburg
Bereits seit 25 Jahren setzt sich die Aktion mit Bildungsprojekten, durch Kooperationen und praxisnahe Lösungen zum Schutz des Trinkwassers und zum nachhaltigen Umgang mit unserer Heimat ein. Anlässlich dieses Jubiläums wurde das 20. Wasserforum Unterfranken als Festveranstaltung in der Alten Universität Würzburg durchgeführt.
Über 150 Teilnehmende fanden am Montag, den 18. Mai 2026 den Weg in die Neubaukirche, um sich über die vielfältigen Aufgaben, die im Laufe der Jahre gewonnenen Erfahrungen sowie über aktuelle Projekte und künftige Ansätze der Aktion zu informieren. In ihrer Begrüßung betonte Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer die Wichtigkeit, die Herausforderungen des Klimawandels anzunehmen und gemeinsam Lösungen für die Zukunft zu finden.
Der Schutz unseres Grundwassers ist von elementarer Bedeutung – für die Menschen in der Region, für die Natur und unsere Heimat. Vor allem in Unterfranken sind die Folgen des Klimawandels deutlich zu spüren. Zunehmende Temperaturen, längere Trockenphasen, angespannte Grundwasserstände und veränderte Niederschlagsmuster prägen immer deutlicher den Wasserhaushalt unserer Landschaft. Diesen Herausforderungen müssen wir uns stellen – und genau diesen Herausforderungen stellt sich die AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ, so Frau Dr. Weizendörfer. Dabei dankte sie allen Beteiligten, denn dies sei eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur in Kooperation mit vielen verschiedenen Partner gelingen kann.
Thorsten Glauber, Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, nutzte die Gelegenheit, um in seiner Videobotschaft dafür zu danken, dass sich die Aktion mit ihren starken Partnerschaften seit 25 Jahren für den Schutz des Lebensmittels Nr.1 einsetzt – darauf könne man stolz sein, betonte er. Unterfranken habe früh diese Herausforderungen erkannt und gehandelt. Seitdem werden die Ziele äußerst erfolgreich verfolgt und gerade Unterfranken mit seiner Vorreiter-Rolle beim Grundwasserschutz mache deutlich, dass Engagement wirkt.
Die Wasserversorgungsbilanz Unterfranken zeige auf, dass die Trinkwasserversorgung zwar gesichert ist. Man dürfe sich aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen und weiter daran arbeiten, die Versorgungssicherheit auf diesem hohen Niveau beizubehalten, so Minister Glauber. Der Schutz unseres Grundwassers ist und bleibt die zentrale Zukunftsaufgabe – und die AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ ist und bleibt grundlegend für diese Herausforderungen.
Mit seiner Präsentation „Vom Standpunkt zur Weitsicht“ machte Andreas Huber, Geschäftsführer Deutsche Gesellschaft Club of Rome, deutlich, warum Klima- und Wasserschutz nicht nur gut für die Natur, sondern elementar für die Gesellschaft und unser Zusammenleben sind. Herr Huber versteht sich selbst als Erzähler, der Emotionen weckt, Erlebnisse schafft und weit mehr als bloße Theorien vermittelt. In seinem Vortrag ermutigte er die Teilnehmenden, Denkweisen zu hinterfragen und weitsichtige Perspektiven einzunehmen.
Dabei setzte Andreas Huber dort an, wo unser Denken beginnt – an unseren Werten, Haltungen und den dahinter liegenden Narrativen. Es sei wichtig, alte Denkweisen aufzubrechen und neue Perspektiven zu öffnen. Dadurch, dass wir Glaubenssätze entwickeln, auf Standpunkten beharren und vieles für alternativlos halten, werden wir eher ängstlich anstatt neugierig – Verhinderungen und nicht Veränderungen sind die Folgen. Das sei der falsche Weg, machte Huber deutlich und forderte das Publikum auf, Veränderungen aktiv zu gestalten und Veränderungen als Chance zu begreifen: für mehr Zuversicht, Selbstwirksamkeit und Resilienz.
Zeitlich betrachtet 25 Jahre zurück in die Vergangenheit ging es im Anschluss daran. In seinem leidenschaftlich vorgetragenen Rückblick nahm Dr. Paul Kruck das Publikum mit in die Anfangszeit der Aktion und zeigte detailliert auf, wie alles begann. Paul Kruck war „damals“ im Sachgebiet Wasserwirtschaft an der Regierung von Unterfranken entscheidend verantwortlich für die Entstehung des anfänglichen Projektvorhabens, aus dem letztendlich die erfolgreiche Aktion hervorging bzw. sich weiterentwickelte.
Die neuen Handlungsfelder und Wege, aus denen seitdem zahlreiche Projekte und Kooperationen hervorgegangen sind, waren Gegenstand des nächsten Programmpunkts der Jubiläumsveranstaltung: das Blitzlicht AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ. Acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer (und langjährige Partner der Aktion) beleuchteten diese aus jeweils ihrem persönlichen Blickwinkel. Dabei verdeutlichte der breite Fächer von landwirtschaftlichen Projekten, kommunalen Kooperationen sowie Bildungsprojekten den ganzheitlichen Ansatz, der die Aktion von Anfang an prägte.
Aus der Vergangenheit in die Zukunft führte anschließend Dr. Jens Habenstein das Publikum. Als Projektleiter der Aktion richtete er den Blick nach vorne: Wie gelingt es, die vorhandenen Ansätze weiterzuentwickeln und wie können wir schon heute mit Weitsicht Verantwortung für morgen übernehmen? Grundwasser ist die Lebensgrundlage für Mensch und Natur und gleichzeitig das verbindende Element des gesamten Landschaftswasserhaushalts. Der Schutz des Grundwassers basiert auf drei zentralen Säulen: Schutz der Wasserqualität, nachhaltige Wassernutzung und Grundwasserneubildung. Nur im Zusammenspiel der drei Säulen und in enger Zusammenarbeit über Zuständigkeiten und Bereiche hinweg sei es möglich, unser Grundwasser zu schützen, so Jens Habenstein.
Hier setzt Unterfranken an – und zwar auch noch mit weiteren Projekten zusätzlich zur Aktion. Zusammen bilden diese das Dach der strategischen Ausrichtung der Wasserwirtschaft, den Wasserhaushalt zu stärken und das Grundwasser für nachfolgende Generationen zu schützen. Dazu stellte Herr Habenstein das sogenannte Schwammprinzip vor. Es gilt, die Landschaft so weiterzuentwickeln, dass sie aktiv Wasser speichern kann. Dabei sollen Ortschaften, Wälder und landwirtschaftliche Flächen wie ein Schwamm wirken; nämlich Wasser in regenreichen Zeiten aufnehmen und in Trockenphasen wieder abgeben.
Wichtig sei, den Blick nicht auf die anderen zu richten, sondern auf sich selbst – z.B. zu überlegen, wo kann ich selbst einen Anfang machen, appellierte Jens Habenstein an die Teilnehmenden. Verbunden mit einem Dank für deren Engagement sowie in der Hoffnung auf weitere 25 Jahre erfolgreichen gemeinsamen Grundwasserschutz in Unterfranken beendete er seinen Ausblick.
Im Anschluss daran wurden alle Anwesenden eingeladen, beim „Markt der Möglichkeiten“ die Projekte und Initiativen der Aktion näher kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen sowie wichtige Impulse mitzunehmen und weiterzugeben. Hierzu waren im Foyer der Neubaukirche insgesamt acht Stände aufgebaut, die von den Besucherinnen und Besuchern auch gut angenommen wurden – genauso wie das Buffet mit regionalen Leckereien, bei denen der angeregte Austausch bis weit in die Abendstunden fortgeführt wurde.
Programm
| 16:00 Uhr | Einlass, Zeit für den „Markt der Möglichkeiten“ |
| 17:00 Uhr | Begrüßung Dr. Susanne Weizendörfer, Regierungspräsidentin Thorsten Glauber, Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz (Videobotschaft) |
| 17:30 Uhr | Vom Standpunkt zur Weitsicht: Warum Klima- und Wasserschutz nicht nur gut für die Natur sind Andreas Huber, Geschäftsführer Deutsche Gesellschaft Club of Rome |
| 18:30 Uhr | Rückblick auf die Entstehung der Aktion Grundwasserschutz
Dr. Paul Kruck und weitere Akteure |
| 18:45 Uhr | Blitzlicht AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ – die Aktion aus verschiedenen Blickwinkeln |
| 19:15 Uhr | Ausblick Aktion Grundwasserschutz Dr. Jens Habenstein, Projektleiter |
| 19:30 Uhr | „Markt der Möglichkeiten“ und Austausch |
| 21:00 Uhr | Ende der Veranstaltung |
Vorträge
Die Hitzeentwicklung in Unterfranken und deren Auswirkung auf die Gesundheit des Menschen
Heidi Lahne, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Klimalandschaften – Wie die Gestaltung unserer Landschaft Einfluss auf das lokale und regionale Klima hat
Stefan Schwarzer, Physischer Geograf, Aufbauende Landschaften e.V.
Der Hitzeaktionsplan stadt.land.wü Lösungsansätze für die Stadt Würzburg
Dr. Christian Göpfert und Annett Rohmer,
Stabsstelle Klima und Nachhaltigkeit, Stadt Würzburg
Heiße Aussichten für Unterfranken – Ökosysteme und Landnutzung resilient gestalten
Lisa Knur, UNESCO-Biosphärenreservat Rhön









































