Infrastruktur – So sicher wie möglich

Der Schutz des Grundwassers muss flächendeckend erfolgen. Dabei steht der Grundwasserschutz häufig im Konflikt mit anderen Nutzungen wie Bebauung, Verkehrswege oder Deponien. Diese Nutzungen bergen Gefahren für das Grundwasser, z.B. durch Abwasser, Unfälle oder Altlasten.

Handlungsempfehlungen

Luftaufnahme von einem Autobahnkreuz1. Verkehrswege

5,5 Prozent der Fläche Unterfrankens sind von Verkehrswegen bedeckt – eine ständige Bedrohung für Oberflächengewässer und Grundwasser. Mit dem Regenwasser werden Schadstoffe, zum Beispiel Benzin und Öl, von Straßenoberflächen in die Gewässer gespült.

 Besonders gefährlich sind Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen wie Chemikalien oder Mineralölen. Schon wenige Tropfen dieser Stoffe können Tausende von Litern Trinkwasser ungenießbar machen.

Jeder kann einen Beitrag zum Grundwasserschutz leisten, z.B. indem wir öfter auf das Auto verzichten, es regelmäßig gegen Ölverluste waten, rücksichtsvoll fahren und keine Unfälle provozieren. Auf Verwaltungsebene sollten beim Bau neuer Verkehrswege stets die Erfordernisse genau überprüft werden.

Ein erloch mit einer undichten Abwasserleitung2. Abwasserkanäle dicht halten

Wo Menschen wohnen und arbeiten entsteht zwangsläufig Abwasser, das meist über ein kompliziertes unterirdisches Leitungssystem zur nächsten Kläranlage geleitet wird. Durch undichte Stellen im Leitungsnetz kann Abwasser im Boden versickern und das Grundwasser als Trinkwasser ungenießbar machen.

Experten vermuten, dass mindestens 50 Prozent der privaten Abwasserkanäle in Deutschland undicht sind. Daher sollten Hausanschlüsse und private Kanäle spätestens alle 10 Jahre kontrolliert und ggf. saniert werden. Das betrifft ebenso die öffentlichen Kanalnetze und erfordert große finanzielle Anstrengungen. Wir müssen Verständnis dafür aufbringen, dass Umweltschutz nicht umsonst ist.

Eine wilde Müllkippe3. Deponien

Altlasten wie z.B. "wilde" Müllkippe stellen eine Gefahr für Boden, Wasser und Luft dar – und für die menschliche Gesundheit. Ebenso wie das Wegwerfen von Abfall in der Natur ist dies strikt zu unterlassen.

Der beste Schutz ist, möglichst viel Müll zu vermeiden, eine geordnete Abfallbeseitigung und die Entlastung von Deponien. Moderne Abfalldeponien sind so gut überwacht und abgesichert, dass sie einen möglichst guten Schutz des Grundwassers berücksichtigen.