Garten- und Weinbau – klein, aber intensiv

Garten- und Weinbau bilden zusammen nur 1,1 Prozent der genutzten Fläche in Unterfranken. Trotzdem haben sie Auswirkungen auf das Oberflächen- und Grundwasser, da sie eine intensive Bodenbearbeitung mit Düngung und Pestizideinsatz sowie oft eine Bewässerung erfordern. Daher ist es wichtig, dass diese durchaus bedeutenden Wirtschaftszweige grundwasserverträglich wirtschaften.  

 

Handlungsempfehlungen

Streuobstwiese1. Obstland Unterfranken

Unterfranken ist das Obstland Nr.1 in Bayern: Fast jede Mirabelle, jede zweite Zwetschge und jeder dritte Apfel kommen aus Unterfranken! Fortschrittliche Gärtner setzen beim Obst- und Gemüsebau auf integrierte Anbaumethoden: auf möglichst resistente, gegen Krankheiten und Schädlinge weniger empfindliche Sorten und auf Nützlinge. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird so stark vermindert.

Salatfeld2. Feldgemüseanbau

Auch der Feldgemüseanbau - zum Beispiel von Gurken, verschiedenen Kohlarten, Rettichen, aber auch Spargel - ist ein wichtiger Wirtschaftszweig. Zum Schutz des Grundwassers empfiehlt sich der Einsatz von umweltschonenenden Pflanzenschutzmitteln bzw. der Verzicht, so weit es möglich ist. 



Illustration Tröpchenbewässerung3. Bewässerung

Aufgrund der geringen Niederschläge muss Freilandgemüse in Unterfranken oft mit Grundwasser bewässert werden. Unter dem Vorbehalt, dass die Bewässerungsart an die jeweilige Frucht angepasst sein muss, bieten sich wassersparende Verfahren an, um die örtlichen Grundwasservorräte zu schonen. Beispielsweise die Kreislaufführung von Wasser bei Unterglasbetrieben, die Verwendung von gespeichertem Wasser anstatt Grundwasser oder die Tröpfchenbewässerung. Generell ist auf eine nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung zu achten; d.h. nicht mehr Wasser darf entnommen werden als sich natürlicherweise durch Niederschläge wieder bilden kann.

Weinberge am Main bei Volkach4. Weinbau

Weinberge prägen die unterfränkische Landschaft, der Frankenwein im Bocksbeutel ist ein wichtiges Stück unterfränkischer Kultur. Viele Winzer in Unterfranken arbeiten schon heute umwelt- und grundwasserverträglich. Beispielsweise wurde die durchschnittliche Düngermenge in den letzten 20 Jahren mehr als halbiert, die Nährstoffüberschüsse in den Böden deutlich vermindert.

Etwa 75 Prozent der bewirtschafteten Weinberge in Unterfranken werden heute wenigstens teilweise begrünt. So wurden der Nitrateintrag in das Grundwasser bereits deutlich gesenkt, der Wasserhaushalt verbessert und die Erosion an den Hängen gemildert.