Der Boden unter unseren Füßen

Das Grundwasser ist chemisch ein Abbild von Geologie und Nutzung einer Region. Seine Inhaltsstoffe, beispielsweise sein Gehalt an Kalzium und Magnesium, spiegeln die geologische Beschaffenheit des Untergrunds wider. Böden mitsamt dem darunterliegenden Gestein reichern das Wasser nicht nur mit Mineralstoffen an. Sie halten zugleich Schadstoffe zurück und bilden so eine Art „Schutzschild“ für das in der Tiefe gespeicherte Grundwasser.

Doch leider hat der klüftige Untergrund in Unterfranken eine schlechte Filterfunktion und bietet nur einen geringen Schutz für das Grundwasser. Zusätzlich führt die hohe Fließgeschwindigkeit in den Klüften dazu, dass sich Schadstoffe weiter ausbreiten als anderswo.

Geringe Speicherfähigkeit 

Grundwasser liegt manchmal nur einen Meter unter der Oberfläche, anderswo dagegen über 50 Meter tief – je nachdem, wo das versickernde Wasser auf eine wasserundurchlässige Schicht trifft. In Unterfranken besteht der Untergrund vor allem aus Festgesteinen mit nur wenigen, großen Klüften und Spalten und damit geringer Speicherfähigkeit. Nur die kiesigen und sandigen Flusstäler des Mains besitzen ein hohes Speichervermögen. Dort finden sich große Grundwasserreserven und entsprechend viele Brunnen für die Trinkwasserverorgung.

Unterfranken wird von den Geologen in fünf hydrogeologische Räume, das sind unterirdische "Grundwasserlandschaften", unterteilt:

Karte von Unterfranken mit den den fünf hydrogeologischen Räumen: kristallin, Bundsandstein, Keuper, Muschelkalk und Flusstäler

Illustration der geologischen Gesteinsschichten – hier KristallinKristallin

Kristallin kommt in Unterfranken nur im Norden des Spessarts vor. Eine sehr dünne Bodenschicht liegt hier über kaum durchlässigem Festgestein. Neu gebildetes Grundwasser tritt schnell wieder über viele kleine Quellen aus, es werden kaum Grundwasservorräte gebildet.



Illustration der geologischen Gesteinsschichten – hier BuntsandsteinBuntsandstein

Der Buntsandstein erstreckt sich großflächig unter Spessart, Odenwald und Rhön. Wasser kann sich in unterirdischen Klüften sammeln. Die dünne Bodenschicht bietet allerdings nur eine geringe Filterwirkung.



Illustration der geologischen Gesteinsschichten – hier KeuperKeuper

Die Keupergebiete befinden sich im Osten Unterfrankens. Hier wechseln wasserdurchlässige und wasserstauende Schichten kleinräumig ab, dadurch kommt es zu sehr unterschiedlichen Grundwasserverhältnissen.



Illustration der geologischen Gesteinsschichten – hier MuschelkalkMuschelkalk

Der Muschelkalk ist der Untergrund in den zentralen Teilen Unterfrankens. Das Grundwasser fließt hier in unterirdischen Hohlräumen. Bei dünnen Bodenschichten besteht eine große Gefahr der Verunreinigung. Das Grundwasser ist in manchen Gebieten so kalkhaltig, dass es nicht oder nur aufbereitet als Trinkwasser verwendet werden kann.


Illustration der geologischen Gesteinsschichten – hier FlusstälerFlusstäler

In den Flusstälern liegen zum Teil mächtige Kies- und Sandschichten, hier sind die größten Grundwasservorkommen Unterfrankens zu finden. Das Grundwasser ist oft nur durch dünne Bodenschichten geschützt. Die vielfältigen landwirtschaftlichen und industriellen Nutzungen sowie der Rohstoffabbau bedeuten daher eine beträchtliche Gefährdung für das Grundwasser. 

Nach oben