Jeder hat es in der Hand

Schaufesterpuppen mit Hinweis auf RabattaktionenViele Menschen sind sich der Auswirkungen ihres Konsumverhaltens nicht bewußt - aber schon kleine Änderungen in unserem Verhalten können zu einer deutlichen Verringerung des Verbrauchs an virtuellem Wasser führen.

Wir alle müssen Verantwortung übernehmen. Dafür ist es wichtig, über die vernetzten Zusammenhänge von Konsum, Import und Wasserverbrauch aufzuklären oder über die negativen Folgen der "Billig-Käufe" zu informieren. Die nachfolgenden Beispiele sollen helfen, unser eigenes Handeln auf den Prüfstand zu stellen.

 

 

 


Beispielhafte Handlungsalternativen

Illustration BauernladenObst und Gemüse – saisonal und regional

In vielen Ländern, die Obst und Gemüse aus dem Mittelmeerraum einführen, können diese Produkte – zumindest zu bestimmten Jahreszeiten – ebenso angebaut werden. Der Einkauf regionaler und saisonaler Produkte ist somit eine sinnvolle Alternative und verbessert die virtuelle Wasserbilanz.

Das gilt auch für die hiesigen Unterglas-Kulturen, die sich durch immer effizientere Bewässerungssysteme bewähren. Wann Obst und Gemüse in Unterfranken Saison haben, zeigt unser Saisonkalender. 

 

 

Illustration Rinder auf der WieseFleisch – Die Folgewirkungen des Billigpreises

Der massive Anstieg des Fleischkonsums geht einher mit dem Ausbau der Intensivtierhaltung, die oft auf importiertes Kraftfutter setzt. Ein bewusster und sparsamer Konsum tierischer Produkte trägt erheblich zur Verringerung des virtuellen Wasserverbrauchs bei, schont den Geldbeutel und ist vorteilhaft für die Gesundheit. Fleisch aus der Mutterkuhhaltung oder von Ökolandbau-Betrieben aus der Region ist eine sinnvolle Alternative zum Billigpreis. Zusätzlich tragen wir so dazu bei, dass in armen Ländern Menschen künftig nicht mehr gezwungen werden, Flächen, die eigentlich der Lebensmittel-Selbstversorgung dienen sollten, an Großexporteure abzugeben.

 

 

Illustration Pflückerinnen auf einer TeeplantageTee – Abwägen und Tee trinken

Bei der Teeproduktion ist in Bezug auf das virtuelle Wasser meistens kein Mengenproblem vorhanden. Der Anbau ist jedoch dann kritisch, wenn es z.B. durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Belastung der regionalen Wasserressourcen kommt. Tee aus nachhaltigem oder ökologischem Anbau ist hierbei eine sinnvolle Alternative.

Der Blick auf das Wasser ist das eine – die Lebensbedingungen der Teepflücker und Teearbeiter das andere. Sie sind oft menschenunwürdig. Auch auf dem Teemarkt ist der faire Handel ein wichtiger Beitrag im Sinne globaler Verantwortung.

 

 

Illustration TextildiscounterTextilien – Darf ich nun keine Kleidung mehr kaufen?

Viele Produkte in unserem Alltag dienen nicht der direkten Befriedigung grundlegender Bedürfnisse, sondern sind Ausdruck eines Modebewusstseins. Ein bewusster Lebensstil braucht keine Statussymbole und fragt nach Qualität statt Quantität. 

Kleidung soll zwar schön und modisch sein – doch kein schnelllebiger Einwegartikel. Wer seine Kleidung länger trägt, verringert den Bedarf an Neuware und spart damit virtuelles Wasser. Spezielle Textilien-Gütesiegel geben beim Einkauf Hilfestellung über ökologische und gesundheitliche Aspekte bei der Produktion. 

 

 

Illustration MobilfunkanbieterTechnik – weniger ist oftmals mehr

Die meisten Industriegüter bestehen nicht nur aus wertvollen Rohstoffen, sie können auch nur mit erheblichem Wasseraufwand gewonnen und verarbeitet werden.

Als Verbraucher sollten wir auf qualitativ hochwertige Produkte mit einer hohen Lebensdauer achten und beispielsweise Computer oder Handys lieber ein Jahr länger nutzen. Eine weitere Möglichkeit ist es, Unternehmen zu bevorzugen, die sich um einen nachhaltigen Umgang mit Wasser bemühen. So gibt es z.B. Öko-Zertifizierungen, die eine solche Unternehmenspolitik und Wirtschaftsweise kenntlich machen.  

 

 

 

Illustration GetreidefeldGetreide – Global denken und lokal handeln

Aus wasserwirtschaftlicher Sicht könnten Weizenexporte aus Deutschland in trockene Länder durchaus sinnvoll sein, um dort das dringend für andere Zwecke benötigte Wasser verfügbar zu machen. Beispielsweise für die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und die Erzeugung von regionaltypischen Grundnahrungsmitteln.

Diese auf die regionalen Wasserbilanzen abgestimmten Nahrungsmittel verbrauchen in der Regel weniger Wasser und schonen die fossilen Grundwasservorräte. Hier ist jedoch weniger der Einzelne gefragt, als vielmehr die internationale Gemeinschaft mit einem Blick auf einen effizienten globalen Ressourceneinsatz.

 

 

Illustration LebensmitteldiscounterSüdfrüchte – Wer die Wahl hat, hat die Qual

Ein bewusster Konsum bedeutet nicht, auf den Genuss von Südfrüchten oder anderen exotischen Leckereien ganz zu verzichten. Aber eine gesunde und geschmackvolle Ernährung können wir auch sehr vitaminreich durch unsere regionalen Obst- und Gemüsesorten erzielen. 

Natürlich kann nicht jedes Produkt bei uns gedeihen; aber ein verstärktes Augenmerk auf die Saisonalität und ein kritisches Hinterfragen mancher Kaufentscheidung kann hier helfen. Regionale Produkte sind durchaus eine sinnvolle Alternative und gleichzeitig ein wertvoller Beitrag zur Lösung der angespannten Wassersituation in den Herkunftsländern exotischer Produkte.

 

 

Illustration PapierfabrikPapier – alt, nützlich und sinnvoll

Die Verwendung von Recyclingpapier anstelle von Papier aus Frischzellstoff spart fast die Hälfte des aufgewendeten virtuellen Wassers ein, abgesehen vom geringeren Energieverbrauch und der Schonung der Holzreserven.

Der bewusste Umgang mit Papier ist damit ein wichtiger Beitrag, um den Raubbau an den natürlichen Lebensgrundlagen zu verringern. Würde die Hälfte der deutschen Bevölkerung nur zehn Blatt Papier pro Jahr weniger verbrauchen, so ergäbe dies eine Gesamtmenge von ca. 400 Mio. Blatt Papier und damit 4 Mio. Kubikmeter virtuelles Wasser.