Virtuelles Wasser – ein globales Problem

Der virtuelle Wasserverbrauch ist dann besonders problematisch, wenn vor Ort nicht genügend natürliche Wasserressourcen zur Verfügung stehen, somit eine Übernutzung der Wasservorkommen erfolgt und der natürliche Wasserkreislauf gestört wird. 

Ein Beispiel: Um 1 kg Baumwoll-Kleidung herzustellen werden durchschnittlich 11.000 l Wasser verbraucht. 85% dieser Wassermenge wird für den Anbau der Baumwolle gebraucht. Die Baumwollpflanzen müssen intensiv bewässert werden, da in den meisten Anbauregionen kaum Niederschläge fallen.

Im Durchschnitt knapp 15% des eingesetzten Wassers sind für alle weiteren Verarbeitungsschritte notwendig, bei denen das Wasser auch mit Schadstoffen belastet wird. Die Baumwollproduktion beansprucht weltweit 50 Mrd. Kubikmeter virtuelles Wasser.

Ein bekanntes Beispiel für die Folgen eines intensiven, nicht nachhaltigen Baumwollanbaus ist der Aralsee, der von Kasachstan und Usbekistan umschlossen wird. Vor 1960 war er noch der viertgrößte Binnensee der Welt, seither hat er mehr als die Hälfte seiner Fläche verloren. Die Entnahme großer Wassermengen für den Baumwollanbau aus den großen Zuflüssen des Aralsees hat eine große Umweltkatastrophe verursacht.

Aus diesem Beispiel ergibt sich eine neue, globale Verantwortung, der wir gerecht werden sollten: durch Aufklärung und zielgerichteten Konsum. Es gilt, die Risiken besser zu verstehen und die Auswirkungen in wasserarmen Regionen zu reduzieren.