Betrieb Sauer - Betriebsumstellung im Rahmen der Aktion Grundwasserschutz

Bio-Bauer Bernhard Sauer

Einer von fast 300 Betrieben, die in Unterfranken seit Beginn der Aktion Grundwasserschutz ihren Hof auf Ökologischen Landbau umgestellt haben, ist Bernhard Sauer aus Werneck-Mühlhausen. Das Thema Grundwasserschutz kennt der Landwirt gut, zahlreiche seiner Flächen grenzen direkt an Gewässer. Durch Mühlhausen fließen die Wern sowie drei kleinere Bäche. Düngung und Pflanzenschutz sind für ihn schon länger sensible Themen. Der Ackerbaubetrieb bewirtschaftet 120 Hektar nach Naturland-Richtlinien, ohne Viehhaltung.

Vom Zuerwerb- zum Haupterwerbsbetrieb

Den Den Betrieb übernahm Sauer 1998 von seinem Vater und führte ihn zunächst im Zuerwerb. Als gelernter Landmaschinenmechaniker arbeitete er 20 Jahre als Bauschlosser außerhalb des Hofes. „Mit gut 100 Hektar hätte ich als Haupterwerbsbetrieb mit konventioneller Bewirtschaftung ohne Nebenberuf kein ausreichendes Einkommen erwirtschaften können. Aufgrund der höheren Preise und der Förderung für den Öko-Landbau sowie dem Anbau von Gemüse ist das als Biobetrieb jedoch möglich.“ Seiner Ausbildung ist der gelernte Schlosser aber auch als Biobauer treu geblieben, er arbeitet immer noch gerne in seiner Werkstatt.

Sorge vor Umstellung war unbegründet

Bio-Bauer Bernhard Sauer

„Die niedrigen Erzeugerpreise auf der einen Seite sowie die hohen Kosten für   Betriebsmittel“ waren entscheidende Gründe, die Bernhard Sauer 2009 bewogen haben, seinen Betrieb umzustellen. „Die Entscheidung für die Umstellung fiel 2008. Die Orientierungsberatung erfolgte durch Bernhard Schwab. Zusammen mit meiner Frau habe ich ein einwöchiges Umstellungsseminar besucht. Mir war wichtig, dass die ganze Familie hinter  der Umstellung  steht“, so Sauer. Die Sorge,  dass es seiner Familie nach  der Aufgabe  seiner  außerbetrieblichen  Tätigkeit  finanziell schlechter geht, hat  sich nicht  bestätigt. „Auch heute steht der Betrieb wirtschaftlich gut da“ freut sich der Naturland-Bauer. Bei den Verpächtern gibt es keine Vorbehalte gegenüber „Bio“. „Einige haben die Umstellung sogar ausdrücklich begrüßt. Durch die Umstellung habe ich keinen Hektar verloren“, meint der Vater von  zwei  erwachsenen Töchtern. In der Region gibt es bereits mehrere Biobetriebe, weitere Betriebe überlegen, ebenfalls umzustellen. „Bio ist inzwischen nichts Außergewöhnliches mehr“. Auf seine Umstellung zurückblickend meint Sauer: „Das einzige, was ich anders machen würde ist: früher umstellen.“

Kooperation bei moderner Technik

Bio-Bauer Bernhard Sauer und Udo Rumpel

Mit seinem Schwager Udo Rumpel, der bereits seit 1988 einen Biobetrieb bewirtschaftet, arbeitet Bernhard Sauer eng zusammen. In der Maschinengemeinschaft gibt es neben Schleppern, Sätechnik und Bodenbearbeitungsgeräten auch eine Kompostwendemaschine. Zur Unkrautbekämpfung setzt der Betrieb bei Kulturen, die tief gesät werden,  anstatt des Blindstriegelns einen Kompaktor ein. Schlepper, die mit moderner  Reifendruckregelanlage ausgestattet sind, helfen Bodenverdichtungen zu vermeiden und Kraftstoff einzusparen. Die ökologische Bewirtschaftung findet Sauer deutlich angenehmer: „Ich wollte lieber Striegeln anstatt Spritzen“.

Leguminosen liefern Stickstoff

Viehlose Bewirtschaftung ist in Unterfranken bei Ökobetrieben keine Seltenheit. Die Voraussetzung hierzu ist, dass ausreichend Stickstoff in den  Betriebskreislauf zugeführt wird: Leguminosen sammeln Luftstickstoff und  stellen ihn nachfolgenden Kulturen zur Verfügung. Durch Futter-Mistkooperationen mit viehaltenden Betrieben ist es möglich, das Ackerfutter zu verwerten und den Stickstoff wieder in den Betriebskreislauf einzubringen. Neben den Hauptfrüchten Ackerbohnen, Erbsen und Sojabohnen werden auch Leguminosen als Zwischenfrüchte angebaut. In Sonnenblumen wird als Untersaat bereits Luzerne eingesät, die durch die zeitige Aussaat somit einen Wachstumsvorschub hat. Die Druschfrüchte (Dinkel,  Winterweizen, Sommergerste, Roggen oder Körnermais) sowie das Feldgemüse (Möhren und Rote Beete) vermarktet der Betrieb direkt an die Marktgesellschaft der Naturland-Betriebe. Aus den Zuckerrüben wird bei Südzucker Biozucker hergestellt.