Forschungsprojekte zur Nitratreduzierung

Demonstrationsversuche zum Zwischenfruchtanbau

Zwischenfrucht Rotklee teilweise gemulcht

In den Landkreisen Schweinfurt (Brünnstadt), Haßberge (Maroldsweisach) und Kissingen (Hammelburg) werden Demonstrationsversuche zum Zwischenfruchtanbau durchgeführt. Untersucht werden sechs Varianten mit verschiedenen Gründüngungsmischungen. Dabei wird der Nmin-Gehalt vor der Aussaat der Zwischenfrucht und im Spätherbst erfasst und die Ertragsleistung der Zwischenfrucht analysiert. Der Zwischenfruchtaufwuchs soll als Gärsubstrat für Biogasanlagen dienen. Auf Feldtagen sollen Ergebnisse aus den Demonstrationsversuchen vorgestellt werden. 

 


Exaktversuche zur standortbezogenen Anpassung des N-Sensors

Der N-Sensor kann während der Ackerüberfahrt den Stickstoffbedarf des Pflanzenbestandes feststellen und übermittelt ihn direkt an ein angelenktes Düngerstreugerät: Auf dem Dach des Schleppers sitzt ein Gerät mit Sensor, der während der Überfahrt den Pflanzenbestand und den Ernährungszustand der Pflanzen erfasst und danach die Höhe der Düngergabe errechnet, die dann sofort ausgebracht wird. Mit der bedarfsgerechten Düngung werden Kosten eingespart und zugleich wird die Umwelt vor überschüssigem Stickstoff bewahrt. In Praxisversuchen wurden beim Einsatz des N-Sensors gleichmäßigere Qualitäten, eine leichte Erhöhung des Ertrages sowie ein um sechs Prozent verminderter Stickstoffeinsatz festgestellt. Der N-Sensor wird bereits seit einigen Jahren in der Praxis angewendet; insbesondere in Gegenden mit großen Schlaggrößen und vergleichsweise heterogenen Bodenverhältnissen kann er vorteilhaft eingesetzt werden. Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz ist eine möglichst optimale Abstimmung der Geräte auf die jeweiligen Standortbedingungen.

Das Forschungsprojekt soll untersuchen, ob der N-Sensor in der Landwirtschaft Unterfrankens vor allem im Winterweizen sinnvoll eingesetzt werden kann. Dazu hat die Bayerische Landesanstalt für Landwirt (LfL) auf unterfränkischen Weizenstandorten Exaktversuche zur Feinjustierung und Überprüfung der Vorteilhaftigkeit des N-Sensor-Verfahren angelegt.


Stickstoffeinsparung durch Relativierung des Proteingehaltes als wesentlicher Parameter der Backqualität bei Weizen

Als Indikator für die Weizenqualität ist der Eiweißgehalt des Weizens bestimmend für den Auszahlungspreis an den Landwirt. So können wenige Zehntelprozentpunkte beim ermittelten Proteingehalt über die Einstufung als Qualitäts- oder als Futterweizen entscheiden, obwohl sie für die Backqualitätseigenschaften unter Umständen gar nicht von Bedeutung sind - denn viele moderne Weizensorten können auch mit vergleichsweise geringerem Proteingehalt eine optimale Backqualität erzielen.

Um sicherzustellen, dass der Weizen zur Ernte den ausreichenden Rohproteingehalt erreicht, setzen viele Landwirte die sogenannte Stickstoffspätdüngung ("Qualitätsgabe") ein. Diese wird aufgrund ihrer späten Terminierung und Höhe im Hinblick auf eine mögliche Gewässerbelastung kritisch gesehen. Aus ökonomischer wie ökologischer Sicht ist es deshalb wichtig, einen sortenabhängig optimalen Gehalt an Eiweiß im Korn zu erzielen und eine Spätdüngung entsprechend anzupassen bzw. ganz darauf zu verzichten.

Das Forschungsvorhaben besteht aus drei Elementen:

  • Umfrage in der Wertschöpfungskette Erzeugung, Erfassung, Mühlen, Bäckereibetriebe: Erhebung der Bedürfnisse der jeweiligen Akteure im Hinblick auf die Qualitätsanforderungen
  • Recherchen und Interviews zu Potenzialen für eine gewässerschonende Erzeugung von Qualitätsweizen: Literaturrecherche und Experteninterviews zur aktuellen Verfahrensweise bei der Erzeugung, Erfassung und Verarbeitung von Qualitätsweizen
  • Fachtagung „Gewässerschonende Erzeugung von Qualitätsweizen“:
    Diskussion von aktuellen Forschungsergebnissen und Erkennnissen aus Befragungen mit Akteuren und Experten