Ackern für das Grundwasser

Getreidefeld im WerntalAckerbau kommt nicht ohne Stickstoffzufuhr aus. Zum falschen Zeitpunkt ausgebrachte oder zu hohe Düngermengen werden jedoch von den Ackerpflanzen nicht vollständig aufgenommen. Überschüssiger Stickstoff kann als Nitrat ins Grundwasser gelangen.

Grundwasserschutzmaßnahmen im Ackerbau

  • Sparsam düngen: Grundsätzlich sollte nur soviel Stickstoffdünger ausgebracht werden, wie die Pflanzen verwerten können. Bodenuntersuchungen, die den Gehalt an pflanzenverfügbare Nährstoffen, den pH-Wert und ggf. den Humusgehalt bestimmen, können helfen, den Bedarf an Nährstoffen zu ermitteln.
  • Extensive Fruchtfolgen (wie z.B. Brauweizen - Dinkel - Winterbraugerste - Roggen - Sommergerste - Hafer oder Sonnenblumen - Raps, alle 5 Jahre - Lein - Hanf - Hirse) bzw. Anbau von Kulturen mit geringem Stickstoffbedarf (wie Roggen, Braugerste): Muss im Verhältnis zum Entzug nur wenig Stickstoff gedüngt werden, ist die Gefahr der Nitratauswaschung geringer.
  • Zwischenfruchtanbau: Die Bedeckung des Bodens mit Pflanzen schützt den Boden vor Erosion und verbessert das Wasserhaltevermögen. Zwischenfrüchte speichern Stickstoff und stellen ihn Folgefrüchten zur Verfügung. Sie tragen zum Humusaufbau bei und stabiliseren das Bodengefüge. Zwischenfrüchte können helfen, Unkräuter zu unterdrücken und im Herbst als Futter genutzt werden. Zudem bieten sie Nahrung und Rückzugsraum für Insekten, Vögel und Niederwild.
    Tipps für Praktiker zum Zwischenfruchtanbau und Anbaubeispiele finden Sie im Faltblatt "Anbau von Zwischenfrüchten" (PDF, 1,2 MB)
  • Grünbrache: Extensive Begrünung mit Gras mit Verzicht auf Bearbeitung, Düngung und Ernte. Besonders auf Grenzertragsböden kann dadurch die Nitratauswaschung deutlich verringert werden.
  • Verzögerung bzw. Verminderung der Bodenbearbeitung: Einfache Maßnahme, die die Gefahr von Erosion und von Nitratverlagerung in begrenztem Umfang verringert.

Weitere Informationen

  • Beratung zum grundwasserverträglichen Ackerbau bietet das zuständige Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (siehe "Externe Links")
  • Grundwasserschutz als gemeinsame Aufgabe von Wasserversorgern und Landwirten: Pilotprojekt Werntal